February 13th, 2011
Das Märchen aus dem Orient
Ich kann und will sie nicht mehr hören
die Mär’ vom lieben Jesulein.
Die Mär kann heut nicht mehr betören.
Die Schläfenlappen sind zu klein.
Zweihundert Jahre ging die Mär
von Markus, Lukas und noch mehr
vom Hörensagen, Mund zu Mund,
und fand sich wieder kunterbunt,
im Buch der Wahrheit, wie man’s nennt,
dies “heilige“, das jeder kennt.
Die so genannten Gottesschriften
wurden Hebräisch erst erdichtet.
Auch Aramäisch schrieb man nieder.
Lateinisch kamen sie uns wieder.
Jedes Kind weiß, was folgen kann,
wenn viele Köche rühren an,
die andere, fremde Sprachen sprechen.
Sie kochten vor zweitausend Jahren
und hatten Orient-Gebaren
mit allen einstigen Gebrechen.
Ein „heiliger“ Irenäus in Lyon
sagt ein Jahrhundert später: „Non, non, non.
Er strich heraus, da er Bischof war,
was ihm nicht passte, unfehlbar.
Zu Dogmen machte die Kirche dann
seine Diktate irgendwann.
Sie werden von ihrem Sach(ver)walter
uns eingepaukt im Kindesalter
bis gesunder Menschenverstand
uns zur Vernunft führt und abgewandt.
Wie lang soll diese Mär noch gelten,
die auf so schwachen Beinen steht?
Wie lang regiert sie noch die Welten?
Wissenschaft hat sie widerlegt.
So Astrophysik und Psychologie,
Gentechnik, Neurobiologie,
DNA und Archäologie,
und auch die Paläontologie,
Evolution und Kosmologie.
Erwiesenes, nicht Phantasmagorie.
Zivilisation ist noch weit her,
solang der Mensch glaubt an diese Mär
von Joseph, Jesus und der Jungfer.
Macht endlich Schluss mit Lug und Trug.
Was nicht erwiesen mit Recht und Fug,
das sei verboten als Betrug.
(Ein Produkt mit nicht nachgewiesenen Eigenschaften
und abgelaufenem Verfalldatum
muss aus dem Verkehr gezogen werden).
